Sonntag, 28. Juli 2013
Kapitulation vor dem Herrn
Ein frösteln-fröhliches Moin! Draußen ist der Himmel bedeckt und die Sonne versteckt, oha, ein Reim, und dazu ist draußen ebenfalls Sonntag. Woran merkt man, dass Sonntag ist?
Ganz einfach: Man ist gezwungen piano zu machen. Langsam steht man auf. Man überlegt, was man heute machen könnte, es ist ja Sonntag. Tja, würde man sich zu der Kriegsgeneration zählen, hätten wir schon vor dem Mittagessen den Herrn um Vergebung für unsere Sünden gebeten und würden mit gutem Gewissen den Rest des Tages rumgammeln.
Aber wir sind die Post-Scheidungselterngeneration. Jap! Und die Scheidungseltern waren so mit ihren Ehen, Lebenspartnern, Wunscherfüllung und Midlifecrisis beschäftigt, dass wir Kinder am Sonntag nur zur Chipstüte greifen können und das Nachmittagsprogramm bei den hoch-intellektuellen, privaten Sendern ertragen können.
Natürlich ist da der Reiz des Unbekannten: Dieses große Gebäude mit den Glocken, nennt sich Kirche, in denen Menschen demütig hinein- und, jetzt kommt´s, wieder herausgehen! Die Menschen singen dort. Nicht schön, nicht gut, aber sie singen.
Hmm....nee, da hören wir doch lieber apokalyptische Lieder mit christlichen Texten aus dem alten Testament, grölen wir die Wikinger auf speed, tragen schwarz und kennen uns aber sowas von gut in dem Metier aus, dass wir nicht in die Kirche gehen brauhen. Wir schauen uns Blockbuster an, die inhaltlich aus der Bibel stammen könnten, aber die Bibel ist nicht so cool wie Denzel Washington oder Brad Pitt.
Versteht mich nicht falsch, dies ist keine Hommage an die Kirche. Ich selbst luscher auch nur ab und zu mal in eine von außen imposante Kirche hinein und hoffe, dass ich dort nicht angesprochen werde. Denn dann müsste ich Position beziehen und naja...wer will das schon?
Es ist nur Sonntag! Sonntags sind Geschäfte geschlossen, aufgrund der christlichen Demokratie. Wir sollen ja mal einen Tag in der Woche ruhen und nicht immer nur Shoppen. Steht übrigens in der Bibel. Und ja, es ist richtig. Denn wenn wir shoppen gehen wollen, ich finde das Wort "Shoppen" übrigens ganz furchtbar, dann müssen Andere für unser Vergnügen arbeiten. Dafür erhalten sie natürlich Geld als Entschädigung, aber dennoch ist dies kein freier Tag für alle. Deswegen ist sonntags frei und die Kirche geöffnet. Nun gehen wir jedoch nicht in die Kirche. Also nehmen wir uns ne glutamatverseuchte Tüte Chips und schauen uns dumme Sendungen am Nachmittag an.
Macht´s gut oder besser.



Samstag, 27. Juli 2013
introvertierter Extremismus oder philosophische Intervention
Ich melde mich nach einigen Tagen in der heißen Sonne und den wenigen Tagen vor Wacken Open Air. Tja, wenn man so in der Hitze brütet und die Menschen schon wieder über die Wärme schimpfen hört, wenn man die dicken, verbrannten Personen mit der Bauchtasche und dem hochroten Kopf schniefend im Feinrippunterhemd an einem vorbeischlurfen sieht, dann denkt man sich im Geheimen: Wie arm sind wir dran?! Meine Oma sagte immer, liebe arm dran als Arm ab, aber sie musste auch zweimal in ihrem Leben fliehen und sagte dies aus voller Überzeugung.

Und da wir Deutschen doch so arm dran sind, denn wir schwitzen ja so schnell und sind so schnell unzufrieden, da entscheiden sich doch Manche für einen schönen Urlaub in dem kleinen Land Afrika.

Ja, Afrika ist ein Land. Kennst du eins, kennst du alles. Ist doch klar, man war in Afrika. Dort gibt es schwarze Menschen, die tanzen und singen so schön, die Sonne scheint und es ist heiß, aber nicht soooo heiß wie hier, nein, denn wenn es soooo heiß werden würde, dann geht man ja in den Pool und lässt den netten schwarzen Mann den Cocktail bringen. Ja, Afrikaner müsste man sein. Die haben´s gut.

Nun ja, wären da nicht die kleinen Differenzen in den Regionen dieses kleinen Landes, die wir alle nicht wissen wollen. So wird die Bevölkerung trotz Intervention unserer guten hochentwickelten Staaten von extremistischen Gruppierungen gefoltert und vertrieben. Mali oder Somalia, was sind denn das für Staaten? Ach, wie scheußlich, nein, davon wollen wir nichts wissen, das ist ja auch nicht da, wo wir Urlaub gemacht haben. Wir waren in Afrika in dem schönen Städtchen Kapstadt. Da ist alles so nett! Da gibt es auch diese lästigen bettelnden Kinder, so dass man sich mit Armut in Afrika schon gut auskennt, jaaa! Aber man soll denen ja nichts geben vom Buffet, nein, nein!

Ach moment, Ägypten, übrigens nicht in Afrika, sondern ein ganz entlegendes Ziel, das war mal so ein schönes Land, in dem man die Pyramiden sehen konnte und Tauchen lernte. Nun ist das auch so ein unentspannter Ort mit den seltsamen Menschen, die immer nur Unruhe machen.

Tja, und weil es eben so unsicher in unseren Lieblingsfernreisezielen geworden ist und man muss ja nicht das ganze Elend im Urlaub haben , nein nein, also bleibt man doch lieber in Deutschland.

St. Peter Ording oder Sylt, ja, das ist doch nett. Da kann man sich diesen doofen Sansibar-Sticker aufs Auto ditschen und denken, man hätte ne Ahnung, wie nen 12-Euro-Kaffee im Sansibar schmeckt. Moooment, Sansibar ist nen Restaurant? Keine Klamottenmarke?

Liebe Leute, die ihr so mächtig am Schwitzen seid. Ihr fliegt für tausende von Euros durch die halbe Welt, nur um nichts von der Welt mitzubekommen. Aber sobald ihr mit nem deutschen Bier in ner Kneipe am Rande der Welt sitzt, dann werdet ihr Extrempolitiker. Meinungen mit Nachdruck sind flexibler als T-Shirts mit Aufdruck. Und wenn ihr dann wieder zu Hause seid, dann gibt´s nur Fotos vom Animateur, dem Pool und dem Cocktail. Kleiner Tipp am Rande: Der Kaffee im Sansibar schmeckt wie Kaffee! Nur bitter.

Denkt mit und schaut euch um. Offene Augen und Neugierde helfen mehr als Schimpfen über das Wetter, welches man immer haben wollte.

Passt auf euch auf und macht´s gut oder besser!



Sonntag, 21. Juli 2013
Inhaltsstoffe
Der erste qualitative Beitrag meinerseits, denn eurerseits würde sich dann auf das Meinerseits beziehen, ist eine Zutatenliste, was man hier erwarten und vermissen könnte. Ein "könnte" ist angebracht, da sich Inhaltsstoffe mit einer Prise Ironie und Adjektiven zu einer Motivation, ähm, Mutation entwicklen könnten. Und da ist es wieder, das "Könnte".
Die Entstehung eines politischen Gedankenkonstruktes, eines bürokratischen Gesamtausfalls oder einer sich wiederholenden Alltagssituation, die jeglichem rationalem Gedankengefüge widersprechen würde, das sind die Dinge, die ich hier an die NSA, KGB, BND und C&A bringen möchte. Daher liebe Nachrichtendienstfreunde, wenn ihr das hier lest, habt ihr definitiv zu wenig zu tun, aber dafür mehr Spaß im Leben. Arbeit geht ja nun auch nicht über alles, ne? Ihr anderen Wesen da draußen seid herzlich eingeladen zu lesen, zu denken, zu diskutieren und zu lächeln.
Dies einleitend als kleine Inhaltsstoffliste von mir.
Macht´s gut oder besser!